Die Wohngruppe mit intensivem Bedarf hält bis zu neun Plätze für weibliche und männliche Kinder und Jugendliche im Aufnahmealter von 8 bis 14 Jahren vor und befindet sich in Kamen. Das Wohnangebot ist inklusiv ausgerichtet und hat die Schwerpunkte Fetales Alkoholsyndrom (FASD) und Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS). In Zielsetzung und Arbeitsweise handelt es sich um ein stationäres Angebot gemäß der §§ 27, 34, 35 a und 41 des SGB VIII. Des Weiteren werden mit dieser Hilfeform, nach individueller Prüfung, die Bedarfe des Teil 2, Kapitel 3 – 6, §§ 109 – 116 SGB IX abgedeckt.

In der Intensivwohngruppe Kamen ermöglichen wir Kindern und Jugendlichen den Übergang von Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit hin zu einem positiven Gefühl des Angenommenseins und der Aktivierung der eigenen Ressourcen. Wir verstehen die stationären Aufenthalte als eine Zeit des Übens für Kinder/Jugendliche und Eltern. Das heißt: Rückfälle sind eingeplant, werden reflektiert und gemeinsam werden weitere Schritte hin zur Zielerreichung entwickelt.
Die individuellen Ziele werden im Rahmen der Hilfeplanung / Teilhabekonferenz thematisiert und festgelegt. Durch die Beteiligung unterschiedlicher Professionen im Hilfeprozess werden den jungen Menschen vielschichtige Entwicklungs-, Erfahrungs- und Beteiligungsräume eröffnet. Ein Spezialwissen zu den Schwerpunkten FASD und ADHS so wie Vernetzung und Kooperation zu Fachberatungsstellen sind grundlegend.
Das Angebot ist geeignet für Kinder und Jugendliche …
- … in einem Aufnahmealter 8 bis 14 Jahren.
- … deren Erziehung und Entwicklung auch mit stützenden und ergänzenden Hilfen im Herkunftssystem nicht sichergestellt ist.
- … die mit Gewalt konfrontiert sind.
- … die Beziehungsabbrüche und Trennungserfahrungen erlebt haben.
- … mit Schädigungen in den Bereichen Milieu und Entwicklung.
- … die Vernachlässigung und Gefährdungssituationen im Herkunftssystem ausgesetzt sind.
- … die unter Beziehungs-, Bindungs- und reaktiven Schädigungen leiden.
- … die Auffälligkeiten in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung sowie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zeigen und einen hohen Bedarf an Unterstützung im erzieherischen Bereich haben.
- … die aufgrund ihrer bisherigen Lebenserfahrungen mit Misserfolgserlebnissen konfrontiert waren und die versuchen, Versagensängste mit herausfordernden Verhaltensweisen zu kompensieren.
- … die umfassende Hilfen zur Erziehung benötigen, um weitere Entwicklungsschritte zu ermöglichen und Auffälligkeiten zu mindern.
- … mit einer leichten Intelligenzminderung (ICD-10: F70, IQ 50-69).




