Mein Tagesablauf in der Evangelischen Stiftung Ummeln

Ein Bericht über das Leben in der Evangelischen Stiftung Ummeln:

Ich lebe nun schon seit 13 Jahren in der Evangelischen Stiftung Ummeln und wohne in einer Wohngruppe mitten in der Stadt, das gefällt mir sehr gut.

Bei uns steht jeder selber auf, es gibt keinen Weckdienst. Ich habe ein Radio in meiner Stereoanlage, das weckt mich immer um 6:00 Uhr morgens.
Dann gehe ich ins Bad und danach zum Frühstück, da lese ich gerne die Zeitung.

In der Woche fahre ich jeden Morgen 4 km mit dem Fahrrad nach Rheda-Wiedenbrück zur Arbeit. Ich arbeite in der Werkstatt der Evangelischen Stiftung Ummeln. Um 8:15 fängt die Arbeit an. Ich mache auch schon mal kniffelige Arbeiten, zum Beispiel Schienen einbauen, das kann ich sehr gut.

Um 11:55 Uhr ist dann Mittagessen, danach wischen wir den Tisch ab und unterhalten uns noch draußen. Manchmal nehme ich meinen Laptop mit und dann höre ich noch Musik oder ich surfe im Internet, dafür habe ich einen Surf-Stick, mit dem kommt man von überall ins Internet. Ich höre auch gerne Radio im Internet z.B. Ballermann Hits.

Um 16:15 Uhr ist dann Feierabend, da fällt dann der Hammer und ich fahre mit dem Fahrrad nach Hause.

Dienstags zwischen 8:15 und 12:00 Uhr gehe ich zum Basteln, hier mache ich Holzarbeiten und knifflige Arbeiten. In der Weihnachtszeit habe ich Rentiere gebastelt als Geschenke. Ich habe auch schon mal einen Affen aus Holz gemacht für meine Betreuerin zum 20jährigen Jubiläum.

In meiner Freizeit gucke ich Fernsehen, höre Musik oder gehe nach draußen, meistens tut mir das sehr gut. Ich kann immer eine Betreuerin ansprechen, wenn es mir schlecht geht. Weil ich Diabetes habe, kann ich so großartig keinen Sport mehr machen, aber ich fahre jeden Tag Fahrrad und da bin ich froh, dass ich das kann, denn das macht mir viel Spaß.

Nachmittags gehe ich schon mal ins Geschäft und hole mir Getränke oder ich gehe spazieren.

Ich beschäftige mich gerne mit meinem Laptop, da gucke ich dann auf wettercom.de oder lese die Bildzeitung im Netz. Den Laptop habe ich mir selber zusammengespart und dann zu Weihnachten gekauft.

Um 18:15 Uhr gibt es Abendessen, einmal in der Woche habe ich Küchendienst, dann decke ich den Tisch und räume ihn auch wieder ab. Samstag und Sonntag kochen wir dann auch.

Am Wochenende machen wir viele Ausflüge oder sitzen bei gutem Wetter einfach bei uns auf der Terrasse oder im Garten. Da ist es richtig schön.
Wir gehen auch immer mit den Karnevalsumzügen mit, letztes Jahr waren wir alle Cowboys. Beim Carnival der Kulturen in Bielefeld gehen wir auch immer mit.

Im Moment gucken wir immer zusammen die WM, da grölen wir richtig mit, das ist immer lustig wenn auch Leute auf der Straße sind, da lassen wir uns richtig aus. Wenn wir ins Finale kommen, dann gehen wir zum Bahnhof und feiern dann alle zusammen.

In unserem Haus leben sieben Menschen und wir verstehen uns alle richtig gut, jeder hilft dem anderen Mal. Der Kontakt zu unseren Betreuerinnen ist auch sehr gut, die geben wir auch nicht mehr her.

Manchmal fahre ich auch zu meiner Freundin, die wohnt in einer eigenen Wohnung. Ab und zu telefonieren wir, wenn wir keine Lust haben uns zu sehen. Wenn es geht eigentlich jeden Abend. Jedes Geschoss in unserem Haus hat ein Telefon.

Also normalerweise gehe ich um 21:00 Uhr ins Bett, manchmal aber auch erst um 22:00 Uhr. 23:00 Uhr ist absolute Zeit ins Bett zu gehen für mich in der Woche. Am Wochenende gucke ich aber auch schon mal bis 3:00 Uhr Fernsehen, aber nur, wenn ich keinen Küchendienst habe.

 

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